Einsamkeit

Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden unter Einsamkeit, einem Phänomen, das alle Generationen und Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen betrifft. Die Folgen von Einsamkeit sind vielfältig, von Depressionen bis hin zu Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Schäden. Hier finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema, zu wissenschaftlichen Definitionen und zum Fünf-Säulen-Modell, mit dem sich die Landesregierung der Einsamkeit in Nordrhein-Westfalen entgegenstellt.

Du Wir Eins – Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit.

Aktuelle Top-Meldungen

Initiativen und Angebote gegen Einsamkeit

Hier finden Sie eine Übersicht zu verschiedenen Angeboten und Initiativen in Nordrhein-Westfalen. Damit haben Sie eine Anlaufstelle auch in Ihrer Nähe.

 

Angebot Institution Ort PLZ Straße und Hausnummer Telefon-Nr. Webseite Kategorie Beschreibung
Frauen-Gruppe gründen gegen Einsamkeit Katholische Frauengemeinschaft Deutschland, kfd, St. Stephanus, Lank-Latum Meerbusch 40668 Gonellastr. 18-20 0177 7366109 -

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland, kfd, in Lank-Latum lädt vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren herzlich ein, eine neue Frauengruppe zu gründen. Es werden gemeinsame Abende /Termine verabredet. Frauen kommen miteinander ins Gespräch über ihr Leben, ihre Pläne, ihre Freizeit u.v..m, gehen gemeinsam ins Kino, verabreden sich zu Spaziergängen. Es wird nichts vorausgesetzt und es ist nicht wichtig, ob Sie zu einer Kirche dazu gehören oder nicht. Keine soll mit ihren Fragen ans Leben alleine bleiben. Alle Planungen werden gemeinsam überlegt und durchgeführt.

 

Gemeinsame Spaziergänge in der Natur Cilly Krebber Emmerich 46446 Bremerweg 23 -

Mein Wunsch wäre, das mehr Ruhebänke aufgestellt würden. Auch für gesunde Senioren, dann kämen sie auch mehr ins Gespräch!

 

Treffpunkt Reitstall: Gespräche & Kuscheln mit Pferden Freizeit-Reitschule Ponyhof Klinger e.V. Plettenberg 58840 Unterm grünen Berg 28 0176/31120210 Webseite -

Die Einsamkeit macht vor keinem Alter halt. Um sich angenommen zu fühlen, braucht es nicht viel. Nähe zum Tier, sich als Mensch füreinander Zeit nehmen und zuhören, zur Ruhe kommen gelingt im Stall bei den Pferden besonders gut. Man wird entschleunigt, kann den Tieren beim Essen zuhören, sie führen, striegeln und kuscheln. Das sendet Glücksgefühle in den Körper, die Atmung und der Puls beruhigt sich. Man erdet sich. Dieses positive Erlebnis ist zu jeder Tageszeit möglich und wird individuell auf die Besucher abgestimmt. Möchte man sich mit Freunden am Stall treffen und zusammen sein oder lieber für sich incl. einem Gesprächspartner - alles ist möglich. 

Wir singen im Quartier Lebenshilfe Wohnen&mehr GmbH Bielefeld 33613 Kurze Straße 36a und b 0160/2700 162 Webseite -

Projektanbieter: Lebenshilfe Wohnen&mehr GmbH
Projektinhalt: offenes Singen im Quartier
Projektort: Räumlichkeiten im Kamphofviertel
Projektteilnehmer:innen: alle singbegeisterten Menschen (keine Anmeldung erforderlich)
Projektzeitraum: Januar 2025 bis Dezember 2025, Nachmittags-/Abendtermine, monatlicher Turnus
Projekt: Singen macht Freude, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und wirkt Vereinsamung entgegen, ist förderlich für die eigene Lebenszufriedenheit und hat somit einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Wir freuen uns auf Sie; jede Stimme "zählt".

 

"WIR kulinarisch-gemeinsam statt einsam", offenes Kochangebot im Quartier Lebenshilfe Wohnen&mehr GmbH Bielefeld 33613 Westerfeldstraße 150 0160/ 2700 162 Webseite -

Projektanbieter: Lebenshilfe Wohnen&mehr GmbH
Projektinhalt: Kochen interessierter Leistungsberechtigter der Wohnen&mehr GmbH in Kooperation mit Bürger:innen aus dem Quartier
Projektort: Wohnen&mehr GmbH, Westerfeldstraße 150, 33613 Bielefeld
Projektteilnehmer:innen 8 Teilnehmer:innen pro Termin ( Anmeldung erforderlich)
Projektzeitraum: Januar 2025-Dezember 2025, Nachmittagstermine im monatlichen Turnus
Projekt: Miteinander schnippeln, brutzeln, schlemmen und klönen.
Kochbegeisterte Bewohner:innen unserer Wohnhäuser möchten Sie zum Kochen und Schlemmen einladen. Gemeinsam bereiten wir, in den jeweiligen Einzelterminen abwechslungsreiche Gerichte zu, welche wir anschließend in geselliger Runde verzehren. Mit unserem Angebot möchten wir Interessierte willkommen heißen, einladen sich einzulassen, mitzumachen und wiederzukommen. 

"Kreatives Mit-einander" Lebenshilfe Wohnen&mehr GmbH Bielefeld 33613 Westerfeldstraße 150 0160 2700162 Webseite -

Projektanbieter: Lebenshilfe Wohnen&mehr GmbH
Projektinhalt: Miteinander malen, basteln, werkeln.
Projektort: Lebenshilfe Wohnen&mehr GmbH, Westerfeldstraße 150, 33613 Bielefeld
Projektteilnehmer:innen: 4 Teilnehmer:innen pro Termin ( Anmeldung erforderlich)
Projektzeitraum: Januar 2025 bis Dezember 2025 im monatlichen Turnus, Vormittagstermine
Projekt: "Mit-einander Tun" kann Barrieren jeglicher Art lösen, eine Brücke zur Kommunikation sein und somit eine zielführende Maßnahme für Inklusion und gegen Einsamkeit darstellen. Unter diesem Gesichtspunkt möchten wir interessierte Menschen einladen gemeinsam kleine und große "Kunstwerke" zu erstellen. Wir freuen uns auf interessante Begegnungen in den jeweiligen Einzelterminen. 

 

 

Gemeinsam MALEN, über ggf. eigene Fotos und Gemälde, Bilder ins Gespräch & Tuen kommen artpromotion Bonn Kunstvermittlung Bonn 53115 Bennauerstrasse 3 0179 7388440 -

Frau S. Rolli (Künstlerin, Musikerin, Museumspädagogin & NABU Ehrenamtlerin) hat ein Künstlerisch-Musisches Projekt mit Frau C. Pfefferkorn-Schreiber
(ehem. Kunst-Geschichtslehrerin, Buchautorin „ Kunst entdecken & selbst gestalten/ Nicolai Verlag,Museumspädagogin, Mutter, Oma) entwickelt.
Unser letztes Projekt fand in der Brotfabrik in Beuel statt. Themenschwerpunkt: Heimische Vogelwelt- Welche Tiere kennen wir? Wie leben sie und wie sehen sie aus? In spielerischer Weise wurden die TN in die Aquarelle-Malerei eingewiesen & gestalteten ihren Lieblings-& oder Phantasie-Vogel. In einer temporären Ausstellung konnten auch andere Besucher hierdurch in einen ungezwungenen Austausch kommen.
Weitere Themenauswahl: Meine Lieblingstiere, meine Lieblingsfilme, Wo ich gerne einmal hinfahren möchte! Mein Lieblings-Land, Stadt, Mein letzter Traum, Ein Waldspaziergang und meine kleine Bildergeschichte hierzu-Gesprächs-Lese- Kreis in Seniorenheimen, Kulturinstitutionen, Schulen, Jugendzentren…. 

Rollatortanz Tagespflege Am Weidenbusch GmbH Schwerte 58239 Am Weidenbusch 8 02304 5661582 Webseite -

In unserer Tagespflege bieten wir für unsere Gäste eine Rollatortanz-Gruppe an, die ab dem Jahr 2025 auch für externe Teilnehmende geöffnet werden soll.
Darüber hinaus möchte die Gruppe im nächsten Jahr auch nach Außen aktiv werden, z.B. Mitgestaltung beim Rollatortag in Schwerte.

"3-Klang" Leben Lernen Mobil sein Evangelische Kirchengemeinde Waldbröl Waldbröl 51545 Wiedenhof 12b 02291/921492 Webseite -

Das Projekt "3-Klang" richtet sich insbesondere an Menschen auf dem Weg in den Ruhestand oder an diejenigen, die diese Lebensphase schon erreicht haben. Wechselnde Aktionen und Veranstaltungungen bieten Möglichkeiten zuzammen zu kommen. Die Teilnahme an den Veranstaltungen, wie z.B. der "Stammtisch" zum regelmäßigen Austausch, ein "Online-Treff" für den besseren Umgang mit digitalen Medien, aber auch Wanderungen und Themenvorträgen ist kostenlos. Einmal im Monat gibt es ein "Frühstück für pflegende Angehörige". Ab November 2024 findet regelmäßig das Treffen "Gemeinsam aktiv" statt. Es bietet gute Möglichkeiten, Menschen zu treffen die gleiche Interessen haben und gemeinsam mit anderen ihre Freizeit gestalten möchten.
Das Programm wird im Rahmen des Programms "Stärkung der Teilhabe älterer Menschen - gegen Einsamkeit und Isolation" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union über den Europäischen Sozialsfonst Plus (ESF Plus) gefördert.

 

Alltagsfitnesstest - Lebenslang fit und selbstständig bleiben! Rehavision Schwerte GmbH Schwerte 58239 Rathausstraße 16 02304-252780 Webseite -

Der Test ermöglicht eine einfache und aussagekräftige Überprüfung der alltagsrelevanten Fitness älterer Menschen, die für eine selbstständige Lebensführung erforderlich ist. 
 

Der Test ist für Menschen ab dem Alter von 60 Jahren konzipiert und erlaubt den Vergleich mit anderen Personen gleichen Alters und Geschlechts. Bei dem Test handelt es sich um sechs Komponenten die gemessen und ausgewertet werden: 
Beinkraft, Armkraft, Ausdauer, Hüftbeweglichkeit, Schulterbeweglichkeit und Geschicklichkeit.
Am Ende wird ermittelt, ob die erreichten Werte für ein Fitnessniveau stehen, welches für eine selbstständige Lebensführung erforderlich ist.


Wir führen den Test kostenneutral in 1 zu 1-Betreuung durch. Deshalb vereinbaren Sie Ihren persönlichen Termin bitte telefonisch unter 02304-252780. Wir freuen uns auf Sie!

 

Sie engagieren sich auch mit einem Projekt gegen Einsamkeit?

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Aktionsplan Du+Wir=Eins

10.12.2024

Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit

Am Dienstag, 10. Dezember 2024, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung den ersten Aktionsplan gegen Einsamkeit verabschiedet. Unter dem Titel „Du+Wir=Eins – Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit“ bündelt der Aktionsplan Maßnahmen gegen Einsamkeit aller Ministerien der Landesregierung. Ministerpräsident Wüst hat den Aktionsplan gemeinsam mit Prof. Dr. Maike Luhmann, Einsamkeitsforscherin an der Ruhr-Universität Bochum, vorgestellt. Mehr erfahren

  • 1:35
  • Video: Land NRW

03.04.2024

Rikscha fahren, wertvolle Gespräche führen, neue Beziehungen entstehen lassen: Das alles bietet das Projekt „Flaniermobil – Radeln ohne Alter“ der Caritas Aachen. Ehrenamtliche Piloten fahren Seniorinnen und Senioren sowie andere Menschen, die nicht mehr selbst in die Pedale treten können, an ihr Ziel. Gemeinsam sammeln Passagiere und Piloten im Flaniermobil schöne Stunden – da bleibt keine Zeit für Einsamkeit.

  • 1:15
  • Video: Land NRW

27.02.2024

Um ältere Menschen in Kontakt und in einen Austausch zu bringen und gleichzeitig bereits die Jüngsten in unserer Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren, engagiert sich das Malteser-Projekt „Alter Falter“ in Münster gegen Einsamkeit. Ein gelungenes Beispiel für Unterstützung, Aufklärung und Kontaktaufnahme und nur eine von vielen Initiativen gegen Einsamkeit in Nordrhein-Westfalen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst

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„Einsam kann sich jeder fühlen, unabhängig von Alter und Einkommen, vom Geschlecht oder sogar davon, wie viele Menschen man um sich herum hat.

Die wenigsten reden darüber, einsam zu sein und darunter zu leiden. Es scheint, als haftet dem Thema ein Stigma an. Mit gravierenden Folgen.

– Ministerpräsident Hendrik Wüst

Definition von Einsamkeit

Eine der renommiertesten Einsamkeitsforscherinnen, Frau Prof. Dr. Luhmann definiert Einsamkeit wie folgt: „Einsamkeit wird definiert als eine wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlichen sozialen Beziehungen.“

Man kann zum Beispiel allein sein, aber nicht einsam, aber auch unter Menschen sein und sich trotzdem einsam fühlen. Es kommt immer auf die Qualität der Verbindungen an.

Risikofaktoren

Erst in jüngster Zeit werden in der Einsamkeitsforschung neben individuellen Faktoren, die Einsamkeit auslösen können, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Armut, Migrationshintergrund, Partnerlosigkeit, einfache Bildung und gesundheitliche Einschränkungen, auch räumliche Faktoren (zum Beispiel Mangel an Grünflächen, Freizeitangeboten) in den Blick genommen. Einsamkeit ist ein Phänomen, das alle Menschen betreffen kann. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren weiter zu erforschen.

Als Beschleuniger der Entwicklung kann die Covid-19 Pandemie gesehen werden. Während des ersten Lockdowns kam es beispielsweise zu einem sprunghaften Anstieg der einsamen Menschen in Deutschland. Während dieses Zeitraums waren 40, 1 Prozent der Menschen in Deutschland manchmal einsam.

Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren weiter zu erforschen.

Von Einsamkeit besonders betroffene Gruppen

Die Landesregierung wird alle von Einsamkeit Betroffenen ansprechen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialer Schicht. Denn Einsamkeit ist keine reine Frage des Alters. Sie tritt in allen Altersgruppen auf. Vulnerable bzw. gefährdetste Gruppen sind unter anderem Jugendliche bzw. junge Erwachsene, ältere Menschen (älter als 75 Jahre), Alleinerziehende, Menschen in Umbruchsituationen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Folgen von chronischer Einsamkeit

Im Abschlussbericht der Enquetekommission (PDF, 5 MB) heißt es, Einsamkeit könne genauso schädlich sein wie der Konsum von 15 Zigaretten am Tag, wie Alkoholmissbrauch oder Übergewicht. Das bedeutet, dass chronische Einsamkeit eine messbare Auswirkung auf die seelische und körperliche Gesundheit haben kann. Und Einsamkeit hat auch eine politische Dimension: Wer einsam ist, steht der Gesellschaft und auch unserer Demokratie distanzierter gegenüber. Deshalb ist es unserer aller Aufgabe, Einsamkeit zu begegnen.

Die Stabstelle I P 3 „Einsamkeit“ wurde im Oktober 2022 im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten geschaffen, um dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe – der Eindämmung von Einsamkeit – Rechnung zu tragen. Dem Kampf gegen Einsamkeit hat die nordrhein-westfälische Landesregierung damit erstmals Priorität auf der politischen Agenda eingeräumt. Damit ist Nordrhein-Westfalen bundesweit Vorreiter.

Fünf-Säulen-Modell

Mit einem Fünf-Säulen-Modell und unter Einbindung von Wissenschaft und anderen Akteuren begegnen wir Einsamkeit in unserem Land.

Fünf-Säulen-Modell gegen Einsamkeit

1. Säule: Phänomen Einsamkeit weiter erschließen

Die Zahl der Menschen in Nordrhein-Westfalen, die unter Einsamkeit leiden, hat während der Pandemie zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass von diesem Anstieg Jugendliche und junge Erwachsene besonders betroffen sind. Neben der Gruppe der älteren Menschen sind Jugendliche und junge Erwachsene besonders häufig von erhöhtem Einsamkeitsempfinden betroffen. Über das Einsamkeitsempfinden, Risikofaktoren und Schutzmechanismen bei Jugendlichen und jungen Erwachsene ist hingegen noch wenig bekannt. In vielen Ländern, in denen Strategien gegen Einsamkeit entwickelt werden, stehen vor allem ältere Menschen als Zielgruppe im Fokus. Maßnahmen zur Einsamkeitsprävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es bisher sehr wenig.

Deshalb braucht es insbesondere mehr wissenschaftliche Daten zum Anstieg von Einsamkeit bei der jungen Generation und ihren Ursachen. Die Landesregierung wird unter anderem eine Studie in Auftrag geben, die den Anstieg von Einsamkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen untersucht, um gezielt früh wirksame Strategien zur Prävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu entwickeln. Neben der neuen Fokussierung auf die junge Generation wird die Landesregierung die Zielgruppe der älteren Menschen und weiterer vulnerabler Gruppen parallel im Blick behalten. Im Fokus steht dabei die Einsamkeitsprävention. Die Landesregierung wird sich kontinuierlich weiter mit Expertinnen und Experten austauschen und auf dessen Grundlage zielgenaue Maßnahmen (weiter- )entwickeln.

2. Säule: Enttabuisieren und Sensibilisieren

Als zweite Säule soll durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit weiter sensibilisiert und enttabuisiert werden. Die Botschaft ist: Jede und Jeder kann etwas gegen Einsamkeit tun – schon mit kleinen Gesten. Die Landesregierung hat Ende 2022 die Stabstelle Einsamkeit in der Staatskanzlei eingesetzt. Die Stabstelle arbeitet ressortübergreifend und übernimmt zentrale Koordinationsaufgaben. Sie sorgt für weitere Vernetzung innerhalb der Landesregierung und außerhalb mit Initiativen, Organisationen und gesellschaftlichen Gruppen, die sich der Eindämmung von Einsamkeit verschrieben haben. Im Dezember 2022 hatte sich der Ministerpräsident zum Auftakt der Arbeit der Stabstelle mit Expertinnen und Experten und Landtagsabgeordneten, die Teil der Enquete-Kommission waren, über das Thema und seine Herausforderungen ausgetauscht. Diesen Dialog mit Expertinnen und Experten wird der Ministerpräsident kontinuierlich fortsetzen.

Zum Sensibilisieren gehört auch der Besuch von Initiativen, um die öffentliche Wahrnehmung zum Thema Einsamkeit zu stärken und bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote bekannter zu machen (Beispiel: Hospitanz des Ministerpräsidenten bei der Einsamkeitshotline für Ältere Menschen „Silbernetz“ am 2. Juni 2023 in dem zentrum-plus der AWO Düsseldorf).

3. Säule: Bündelung und Vernetzung

Die Landesregierung wird bestehende Projekte und Initiativen zur Einsamkeitsbekämpfung und Einsamkeitsprävention in Nordrhein-Westfalen auf einer Online-Plattform zusammenführen – für eine bessere Vernetzung und für bessere Zugänge für Betroffene, Beteiligte und Interessierte. Dabei sucht die Landesregierung den engen Dialog mit dem Bund, den anderen Ländern, Kommunen und der europäischen Ebene. Auch der Erfahrungsaustausch mit Japan, den Niederlanden, und Großbritannien steht im Vordergrund, die mit eigenen Ministerien bzw. Kampagnen Vorreiter bei der Eindämmung von Einsamkeit sind. So hat Ministerpräsident Hendrik Wüst im Juni 2023 während seiner Reise nach Japan gezielt Gespräche zum Thema Einsamkeit geführt und Initiativen, die Einsamkeit bekämpfen, besucht.

4. Säule: Ministeriumsübergreifende Aktivitäten

Die Landesregierung wird zudem die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Initiativen stärken, eigene niedrigschwellige Maßnahmen weiterentwickeln und Neue anstoßen. Durch die Bündelung von bereits bestehenden Maßnahmen unter Einbindung aller Resorts will die Landesregierung erreichen, dass das Thema Einsamkeitsprävention stärker in den in Frage kommenden Förderprogrammen des Landes verankert und damit eine Weiterentwicklung der Hilfsinfrastruktur möglich wird. Der erste Aktionsplan ist da ein wichtiger Meilenstein und das Herzstück. Der Aktionsplan wird kontinuierlich weiterentwickelt.

5. Säule: Stärkung von Sport und Ehrenamt

Ehrenamtlich engagierte Menschen leisten in Nordrhein-Westfalen bereits einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Einsamkeit. Sie will die Landesregierung weiter stärken und fördern. Sport und Ehrenamt sind dabei wichtige Pfeiler, um ein starkes Bündnis gegen Einsamkeit zu schmieden.

Studie „Einsamkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen nach der Pandemie“

Einsamkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen nach der Pandemie

24.11.2023

Prof. Dr. Maike Luhmann et al. (2023)

Einsamkeit wurde lange Zeit vor allem als ein Problem des hohen Alters betrachtet. Doch mit der CO- VID-19-Pandemie wurde vielen bewusst, dass Einsamkeit Menschen jeden Alters treffen kann. Besonders stark scheinen die Auswirkungen der Pandemie für Jugendliche und junge Erwachsene zu sein. Mit dieser von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens (NRW) beauftragten Studie sollen einige Lücken im empirischen Forschungsstand zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschlossen werden, mit einem besonderen Fokus auf NRW.

  • 0:44
  • Video: Land NRW

24.11.2023

Ruhr-Universität Bochum

  • 2:00
  • Video: Land NRW

24.11.2023

Psychologin und Podcasterin


Impulspapier: „Jung und einsam – Internationale Perspektiven für ein neues politisches Handlungsfeld“

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) / Leonie Schwichtenberg, Karenina Schröder, Michael Seberich

Aktuelle Studien zeigen, dass junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren eine der am stärksten von Einsamkeit betroffenen Gruppen weltweit sind. In dem Kooperationsprojekt von Liz Mohn Stiftung, Bertelsmann Stiftung und Landesregierung wurde untersucht, wie andere Länder Jugendeinsamkeit bekämpfen. Die Publikation liefert zehn Handlungsempfehlungen für die Politik in Deutschland, die auf dem von Ministerpräsident Hendrik Wüst initiierten Einsamkeitskongress am 6. Juni 2024 in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen vorgestellt wurden. Weitere Informationen

Download (PDF, Deutsch, 3 MB)

Download (PDF, Englisch, 3 MB)

„Menschen fehlt Gesellschaft
und der Gesellschaft fehlen Menschen.“

– Ministerpräsident Hendrik Wüst

Kontaktdaten „Stabsstelle Einsamkeit“

Um dem wachsenden Phänomen der Einsamkeit besser begegnen zu können, hat die Landesregierung als erstes und einziges Bundesland die „Einsamkeit“ im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten eingerichtet. Damit setzen wir eine der zentralen Handlungsempfehlungen der Enquetekommission um.

Sina Breitenbruch-Tiedtke
Referatsleiterin
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
Stabsstelle Einsamkeit
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 837-1302
E-Mail: sina.breitenbruch-tiedtke@stk.nrw.de 

Marc Zabel
Referent
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
Stabsstelle Einsamkeit
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 837-1675
E-Mail: Marc.Zabel@stk.nrw.de